Presseschau ... 21.08.2017

Hamburg: Nazi bedrohte im Bus Mann von der Elfenbeinküste mit Pistole +++ Karlsruhe: Geburtstagsfeier endet mit 13 Festnahmen wegen rechtsextremer Parolen und Gewalt +++ Chemnitz: Installation zum NSU-Terror am Marx-Kopf zerstört +++ Häusliche Gewalt und die NPD: Krach im Verlagshaus der "Deutschen Stimme" .

 

Hamburg: Nazi bedrohte im Bus Mann von der Elfenbeinküste mit Pistole

Im HVV-Bus beschimpfte er einen Fahrgast als „N*****“, richtete eine Schusswaffe auf den 51-Jährigen: Jetzt konnte die Polizei den Neonazi fassen. Das Opfer stammt von der Elfenbeinküste und hatte am 21. Juni in einem Bus der Linie 8 am Pfeilshofer Weg (Wellingsbüttel) telefoniert. Daraufhin bepöbelte ihn der glatzköpfige Täter und zog die Pistole. Er blickte den entsetzten Fahrgast starr an und richtete die Waffe auf seinen Kopf. Der Bedrohte blieb ruhig sitzen. Schließlich verließ der Pistolen-Mann den Bus und flüchtete. Später wurde er gefasst.

 

Karlsruhe: Geburtstagsfeier endet mit 13 Festnahmen wegen rechtsextremer Parolen und Gewalt

Eine Geburtstagsfeier in Karlsruhe ist in der Nacht zum Sonntag aus dem Ruder gelaufen und mit 13 Festnahmen zu Ende gegangen. Aus einer Wohnung waren Glasflaschen auf Passanten geworfen worden, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Wie sich herausstellte, war die Stimmung auf der Feier zunehmend aggressiv geworden. Da immer wieder Flaschen und Blumentöpfe aus dem Fenster flogen, wurde ein Abschnitt der Straße den Angaben zufolge zeitweise gesperrt. Neben lauter Musik waren demnach auch rechtsextreme Parolen zu hören. Die Beamten wurden den Angaben zufolge bedroht und beschimpft. Gegen 8.00 Uhr morgens nahm die Polizei 13 Männer im Alter von 17 bis 30 Jahren vorläufig fest. 

 

Chemnitz: Installation zum NSU-Terror am Marx-Kopf zerstört

Eine Gruppe Jugendlicher befasst sich mit den Spuren des Nationalsozialistischen Untergrunds in Chemnitz. Nur kurz hing ihre Ausstellung in der Innenstadt. Das Kunstwerk "Distrikt" lädt zum Mitmachen ein. Rund 300 Bauzäune formen am Marx-Kopf begehbare Zellen. Künstler Florian Huber, der sie dort Anfang August aufgestellt hatte, forderte Kreative, Vereine und Bürger auf, die entstandenen Räume mit Leben zu füllen. Das ist auch geschehen, aktuell sind rund 15 Zellen "belegt". Eine davon hatte sich die "Geschichtswerkstatt Trafo" erst am Montagnachmittag ausgesucht. Rund 15 Jugendliche gehören zu der Gruppe, die ein Kooperationsprojekt ist vom Kulturbüro Sachsen und zweier Projekte der Mobilen Jugendarbeit in Chemnitz, nämlich der Streetworker des Alternativen Jugendzentrums (AJZ) und der Jugendberufshilfe. In dem Karree aus Bauzäunen wurden Protokolle des NSU-Prozesses, in denen Chemnitz erwähnt wird, aufgehängt, dazu Plakate, die Tat- und Wohnorte der rechtsradikalen Terroristen in Chemnitz zeigen. Doch nun ist die Installation zerstört. Der Schaden sei vor allem ein ideeller, so Kaden, es handele sich nur um Pappe und Tapetenkleister. Über die Gründe der Zerstörung, ob purer Vandalismus oder politische Motivation, möchte Kaden nicht spekulieren. 

 

Häusliche Gewalt und die NPD: Krach im Verlagshaus der "Deutschen Stimme" 

Emma Stabel ist das neue Gesicht der NPD im Netz. Als Gesicht von „Deutschen Stimme TV“ (DS TV) führt Emma Stabel durch die Youtube-Clips der NPD. Blond, wortgewandt und immer lächelnd. Doch im vergangenen Jahr war sie verletzt, versteckte ihre Wunden hinter Pflastern, ihre Sendung wäre fast ausgefallen. Jetzt wurde bekannt, dass der Landesvorsitzende der NPD Sachsen, Jens Baur, dafür verantwortlich sein soll. Der Spitzenkandidat der Partei in Sachsen soll sie brutal geschlagen haben. 

 

„Die Trump-Präsidentschaft ist vorbei“: Steve Bannon kehrt zu Breitbart zurück – und wird zum unberechenbaren Faktor

Es ist die bisher prestigeträchtigste Demission der Ära Trump: Steve Bannon, strategisches Mastermind des US-Präsidenten, hat das Weiße Haus verlassen. Gleichzeitig gibt sich der umstrittene Strategieberater, der immer wieder US-Medien angegriffen hat, mit seiner Rückkehr zur rechtspopulistischen Webseite Breitbart kämpferisch: Er wolle für Trump gegen seine Gegner "in den Krieg ziehen", erklärte Bannon. Der 63-Jährige erklärt aber auch: "Die Trump-Präsidentschaft ist vorbei." Der US-Präsident hat damit nun einen unberechenbaren Verbündeten bei Breitbart.


 

Fake-News galore: Breitbart bebildert Hetze mit Podolski

Breitbart verleiht dem Begriff „Text-Bild-Schere“ völlig neue Bedeutung – denn das Foto, dass zur Illustrierung eines Texte über angeblich per Jetski übers Mittelmeer geschleuste Flüchtlinge verwendet wurde, zeigt weder das Mittelmeer noch einen Fluchthelfer noch einen Refugee, sondern den Atlantik, einen unbekannten Nichtfluchthelfer und Lukas Podolski.

Lukas Podolski wehrt sich gegen die Verwendung eines Fotos von sich. Der Fußball-Weltmeister geht gegen diese Darstellung vor und beauftragte damit einen Anwalt. „Wir werden ,Breitbart News’ abmahnen und sie auffordern, eine Unterlassungserklärung abzugeben sowie das Foto aus dem Netz zu nehmen bzw. es nicht in diesem Kontext zu verwenden“, sagte Simon Bergmann der WELT: „Ansonsten würden wir gerichtlich dagegen vorgehen." Mittlerweile hat sich „Breitbart News“ in einem Statement am Schluss des Artikels für die Aktion entschuldigt. Nichts deute darauf hin, dass Podolski „Mitglied einer Bande von Migranten” sei.

 

Nie wieder Charlottesville: 30.000 marschieren in Boston gegen Rechtsextreme

Angespannte Stunden in Boston: Eine Woche nach den Zusammenstössen in Charlottesville sind in der US-Ostküstenstadt Tausende auf die Strasse gegangen – Demonstranten und Gegendemonstranten. Aber es bleibt friedlich, wohl auch dank einer gut vorbereiteten Polizei.

 

Trump zum Präsidenten zu machen war nur der erste Schritt - die Geldgeber der Alt-Right-Bewegung

Die steinreiche Familie Mercer will die öffentliche Meinung in den USA ändern. Dabei vertraut sie auf Bannon, Breitbart - und ihr Geld.

 

30. Todestag von Rudolf Heß: Gegendemonstranten blockierten Neonazis in Spandau

Weit kamen die Rechtsextremen in Spandau nicht - nur 150 Meter auf der geplanten Strecke. Nach Abschluss der Demo zogen einige weiter nach Falkensee. Am Ende bleibt nur eine Fahne am S-Bahnhof Spandau vom Neonazi-Aufmarsch, mit dem sie an den 30. Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß erinnern wollten. Die Gegendemonstranten haben von Beginn an ihre geplante Route blockiert. Am Nachmittag werden die rund 800 Rechtsextremisten wieder von der Polizei in den S-Bahnhof zur Abfahrt geleitet. Auch in Falkensee gibt es am späten Nachmittag eine kleine, spontane Demonstration von angereisten Neonazis. 

 

Protest und Gegenprotest: Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen

Nach dem Terroranschlag von Barcelona marschierten Mitglieder der Identitären Bewegung in der Stadt auf. Passanten stellten sich den Rechten entgegen. Am Ort des Terroranschlags von Barcelona ist es am Freitag zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen rechten Demonstranten und Passanten gekommen. Die Demonstranten waren am Abend unweit der Einmündung des Rambla-Boulevards zur Plaça Catalunya aufgetaucht. Sie trugen Flaggen mit dem Symbol der Identitären Bewegung, mit Sankt-Georgs-Kreuzen sowie Transparente mit Aufschriften wie „Defend Europe“ und „Stop Islamization of Europe“. Eine Menschenmenge stellte sich ihnen entgegen und rief lautstark „Faschisten raus aus unseren Stadtvierteln!“. Einige skandierten auch „No pasarán“ („Sie werden nicht duchkommen), den Slogan der Republikaner aus dem spanischen Bürgerkrieg (1936-1939). Andere hielten Regenbogenbanner hoch.

https://www.merkur.de/politik/protest-und-gegenprotest-rechte-identitaere-in-barcelona-nicht-willkommen-zr-8608728.html

 

Schiff der rechtsextremen "Identitären" beendet Einsatz im Mittelmeer - und streitet sich mit Malta

Das von rechtsextremen Aktivisten gecharterte Schiff "C-Star" hat seinen flüchtlingsfeindlichen Einsatz im Mittelmeer beendet. Die Teilnehmer der Aktion "Defend Europe" erklärten am Donnerstagabend, ihre Mission sei ein "uneingeschränkter Erfolg" gewesen. Die Aktivisten hatten unter anderem gedroht, Flüchtlingsboote in Seenot zurück nach Libyen zu bringen, wozu es aber nicht kam.

https://www.24matins.de/topnews/pol/schiff-rechtsextremer-aktivisten-beendet-einsatz-im-mittelmeer-48033

Nach dem Ende ihres Einsatzes im Mittelmeer hat Malta die von rechtsextremen Aktivisten gecharterte "C-Star" für nicht willkommen erklärt. Die Teilnehmer der Aktion "Defend Europe" erklärten, Malta habe auch Wasserlieferungen verweigert. Nach dem Ende ihres flüchtlingsfeindlichen Einsatzes im Mittelmeer hat Malta die von rechtsextremen Aktivisten gecharterte “C-Star” für nicht willkommen erklärt. Die Teilnehmer der Aktion “Defend Europe” erklärten am Samstag, der Inselstaat habe ihrem Schiff die Hafeneinfahrt sowie die Belieferung mit Wasser verweigert. Dies sei eine “historische Schande”. “Während IS-Terroristen zurück in Europa ohne jegliche Probleme willkommen geheißen werden, werden patriotische Aktivisten aus ihrem eigenen Kontinent ausgesperrt”, hieß es in einer Erklärung der Aktivisten, die in sozialen Online-Netzwerken veröffentlicht wurde. Ein maltesischer Regierungssprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, die “C-Star” habe nicht darum gebeten, in Malta vor Anker zu gehen. “Sie wollten Dienste von hier erwerben”, fügte der Sprecher hinzu. Es habe zu keiner Zeit “irgendeinen Notfall” gegeben.

https://www.24matins.de/topnews/pol/auch-malta-erklaert-schiff-von-rechtsextremen-aktivisten-fuer-nicht-willkommen-48149

 

AfD-Funktionär spendet der NPD Saar

Eine Recherche des Südwestrundfunks (SWR) führt zu Turbulenzen im Vorstand der „Christen in der AfD“ (ChrAfD). Hardi Schumny, Finanzvorstand der „Christen in der AfD“ (ChrAfD), hat 2009 die rechtsextreme NPD Saar mit einer Spende unterstützt. Das haben Recherchen des Südwestrundfunks (SWR) zur Dokumentation „Wahre Christen oder böse Hetzer? Spaltet die AfD die Kirchen“, die am 14. September 2017, 21 Uhr, im SWR Fernsehen ausgestrahlt wird, ergeben. Auf Rückfragen des SWR während der Dreharbeiten distanzierte sich Hardi Schumny zunächst nicht von der SWR-Recherche zu seiner NPD-Spende. Der AfD-Funktionär, der 2017 auch Mitbegründer der Vereinigung „Vertriebene, Aussiedler und deutsche Minderheiten in der AfD“ (VAdM) war, wollte den Vorgang nicht kommentieren. 

 

Roma-Zentralrat lobt Aufarbeitung der Krawalle in Rostock-Lichtenhagen

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, hat die Aufarbeitung der rassistischen Krawalle in Lichtenhagen 1992 durch die Stadt Rostock gelobt. Rostock sei «ein bemerkenswertes Beispiel dafür, dass wir aus der Geschichte, auch aus der jüngsten Zeitgeschichte, lernen können», sagte Rose am Freitag. Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft hätten einen Prozess in Gang gesetzt, um Ursachen und Auswirkungen der rassistischen Ausschreitungen und der Gewalt vor 25 Jahren zu dokumentieren und aufzuarbeiten. «Das verdient Anerkennung und Respekt», erklärte Rose.

Vgl. auch

 

NPD-Kundgebung in Ladenburg: 70 Gegendemonstranten überpfiffen Rechtsextreme

Die rassistischen Parolen waren nicht zu hören: Rund 70 Gegendemonstranten haben sich am Freitag auf der Fährwiese in Ladenburg lautstark einem kleinen Aufgebot von Mitgliedern der rechtsextremen NPD gestellt. „Nazis raus“, riefen die Teilnehmer der Kundgebung, zu der der SPD-Ortsverein, die Grünen und das Aktionsbündnis „Wir gegen rechts“ aufgerufen hatten.

 

Die Alt-Right veröffentlicht ihre rassistische Propaganda jetzt schon in Kinderbüchern

Vice hat mit dem Autor und der Illustratorin des Buchs gesprochen, in dem Pepe der Frosch kleine Wesen von ihren Burkas befreit.

 

Liebevolle Nazi-Mütter

Esther Lehnert und Heike Radvan unterbreiten Analysen und Handlungsempfehlungen für die soziale Arbeit und Pädagogik.

 

Ein Wort und jeder weiß Bescheid

Warum tragen manche Leute ihre Kämpfe 3600 Kilometer vor der eigenen Haustüre aus? Weil inkompetente Menschen die Tendenz haben, sich selbst für unglaublich klug zu halten. Ein weitverbreitetes Problem. Zum Antisemitismus im Kulturbereich von Sibylle Berg.

 

Wie ich im Hostel-Urlaub einem rechten Verschwörungstheoretiker begegnete

Beim Backpacking begegnet unser Autor einen Reisenden, der an eine jüdische Weltverschwörung glaubt. Er würde ihm gerne so viel entgegnen – doch ihm fehlen die Worte.

 

Umgang mit NS-Erbe des „Dritten Reichs“: Wohin mit dem Nazi-Krempel?

Deutschland ist voll mit Überbleibseln aus der Nazi-Zeit. Auf Flohmärkten werden SS-Uniformen und Abzeichen feil geboten. Aktuell streitet ein Dorf in der Pfalz über eine Kirchenglocke mit Hitler-Inschrift. Wie ist der richtige Umgang mit dem NS-Erbe?

 

Neonazi-Aufmarsch in Fulda? - Bürgerschaft bereitet Gegenwehr vor

Die rechtsextrem-neonazistische Organisation "Der Dritte Weg" plant für Samstag, den 26. August, eine Demonstration in Fulda. Das Bündnis "Fulda stellt sich quer" lädt am Donnerstag, 24. August, deswegen zur Diskussion ins DGB-Büro in die Heinrichstraße, um Gegenaktionen zu planen.

 

Proteste gegen die AfD:

- Braunschweig, 26.08.2017, Kundgebung: Wir pfeifen auf die AfD!

 

Jamel: Wer rockt den Förster?

Wer in Jamel am kommenden Wochenende «den Förster rockt», bleibt noch ein Geheimnis. Erstmals kündigen die Veranstalter Birgit und Horst Lohmeyer die Bands, die beim Forstrock-Musikfestival auftreten, nicht vorher an. Sie wollen den politischen Charakter des Rock-Festivals wieder mehr hervorheben. Es war als Reaktion auf den Versuch von Neonazis entstanden, das aus Hamburg kommende Künstlerpaar aus dem Ort zu vertreiben.

https://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/wer-rockt-den-foerster-id17615721.html

 

Radikale Rechte gegen Linke: Warum die Spaltung in den USA ein gefährliches Ausmaß erreicht hat

In den USA ist ein gefährlicher Konflikt zwischen Rechten und Linken ausgebrochen. Das rechte Gedankengut hat die Mitte der Gesellschaft erreicht. Zusätzlich befeuert US-Präsident Trump Fremdenfeindlichkeit und rechten Aktivismus. Und die Linke findet keine Antwort.

http://www.huffingtonpost.de/2017/08/18/usa-trump-weisse_n_17774212.html

Chemnitz: Installation zum NSU-Terror am Marx-Kopf zerstört

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