18.07.-24.07.2013

Berliner Erklärung: Gute Sache oder nur Lippenbekenntnis?+++ Die Geschichte von Kind Nr. 23+++Keine homophoben Gesänge beim Derby in Köln+++Stars kicken gegen Rassismus+++ Beim Spiel geht es fair zur Sache+++Roter Stern Lübeck lädt zum Turnier gegen Homophobie+++Berlin: Frauenfußball-Festival ohne lybische Frauenmannschaft+++ Kickboxteam Cottbus aus dem Projekt "Tore für Demokratie" gekickt

Berliner Erklärung: Gute Sache oder nur Lippenbekenntnis?

In die überwiegend positive Berichterstattung über die in der letzten Woche veröffentlichte "Berliner Erklärung gegen Homophobie im Sport" mischt sich auch Kritik. So wird bemängelt, dass nicht alle Profiklubs die Erklärung unterschrieben haben und, dass es der DFB als Erstunterzeichner nicht für nötig hielt, einen Vertreter zu der Auftaktveranstaltung zu schicken. Auch wird die Befürchtung geäußert, dass die Aktion über bloße Lippenbekenntnisse nicht hinauskommt. Die von Kathrin Müller-Hohenstein moderierte Auftaktveranstaltung war mit zahlreichen Prominenten aus Fußball, Wirtschaft und Politik besetzt. Die Unterzeichner der Erklärung bekennen sich zum Engagement gegen Homophobie im Sport und wollen u.a. mit Jugendlichen  präventiv arbeiten. (11freunde.de, taz.de)

Die Geschichte von Kind Nr. 23

Durch einen Zufall wurde eine Geschichte bekannt, die in Brasilien am liebsten vergessen worden wäre: Trotz der Abschaffung der Sklaverei wurden in den 1930iger Jahren Kinder mit schwarzer Hautfarbe an Großgrundbesitzer verkauft, um für diese unter menschenunwürdigen Bedingungen zu arbeiten. Die Familie Rocha Miranda war eine dieser Familien, die dem Integralismus und dem deutschen Nationalsozialismus sehr nahe standen. Sie unterhielt auch einen eigenen Fußballverein, in dem die ausgebeuteten Kinder kicken mussten. Eines dieser Kinder war Aloisio Silva. Dieser wurde Fußballprofi und konnte etwas aus seinem Leben machen, doch die Zeit, in der er nur als "Nummernmensch" existierte, wird er wohl nie vergessen. (11freunde.de)

Keine homophoben Gesänge beim Derby in Köln

Im Vorfeld des großen rheinischen Derbys zwischen dem 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf, das zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder bevorsteht, positionieren sich die "Dissidenti Ultra" und weitere Düsseldorfer Fangruppen für Toleranz gegenüber allen Menschen, gleich welcher Sexualität, Hautfarbe oder sozialer Zugehörigkeit. Deswegen rufen die Fortuna-Fans dazu auf, homophobe und herabwürdigende Gesänge während der Partie zu unterlassen.  (dissidenti-ultra.de)

Stars kicken gegen Rassismus

Unter dem Motto "Rassismus die rote Karte zeigen" spielte beim "Nierhoff-Cup" trotz des glutheißen Tages die "TG Hilgen" gegen das Team der "World Stars of Charity", besetzt unter anderem mit Daniel Schuhmann (ehemals Bayer Leverkusen), Ralf von Diericke (ehemals Fortuna 95 Düsseldorf) und Sergio Paradiso (ehemals AC Turin). Auch der Bürgermeister der Stadt war anwesend, um das Engagement gegen Rassismus zu unterstützen und das neue Vereinsheim der "TG Hilden" zu eröffnen. Knapp 100 Zuschauer waren vor  Ort und sahen ein torreiches Spiel, das 6:4 zu Gunsten der TG ausging.  (wz-newsline.de

Beim Spiel geht es fair zur Sache

Im Rahmen eines Anti-Rassismus-Streetball-Tuniers, das von der Friedrich-Uhlmann-Schule in Laupheim veranstaltet wurde, wurde für die Kampagne "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" geworben. Unter den neun Schüler-Mannschaften war auch eine Mädchenmannschaft. An die drei besten Mannschaften wurde jeweils ein Pokal überreicht. (schwaebische.de)

Roter Stern Lübeck lädt zum Turnier gegen Homophobie

Am kommenden Sonntag, den 27. Juli 2013, wird am Holstentor-Süd das Fan-Turnier gegen Homophobie ausgetragen. Da Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit besonders im Männersport weit verbreitet ist, hat der "Rote Stern Lübeck" in Kooperation mit dem Lübecker CSD das "Fanturnier gegen Homophobie im Fußballsport" auf die Beine gestellt. Im Anschluss gibt es eine Party mit Musik verschiedenster Genres. (hl-live.de)

Berlin: Frauenfußball-Festival ohne lybische Frauenmannschaft

Das in dieser Woche in Berlin gestartete Frauenfußball-Festival "Discover Football“ muss ohne die lybische Frauennationalmannschaft stattfinden. Die Organisatoren bestätigten die Absage, konnten aber selber keine Gründe dafür angeben. Der lybische Verband hatte die Absage mit dem Fastenmonat Ramadan entschuldigt. Allerdings findet in Tripolis ein Fußball-Tunier mit Mannschaften aus islamischen Ländern statt. (focus.de)

Kickboxteam Cottbus aus dem Projekt "Tore für Demokratie" gekickt

Der Landessportbund Brandenburg hat seine Beratungsgespräche mit dem Kickboxteam Cottbus (KBTC) zum Umgang mit rechtsextremen Verstrickungen beendet. Uwe Koch, Leiter des Projektes "Tore für Demokratie", begründet diesen Schritt damit, dass die Gespräche zu keinem Ergebnis geführt hätten. Notwendig geworden war der Beratungsprozess, nachdem im Herbst 2012 Verstrickungen des Kampfsportvereins in die rechtsradikale Szene bekannt geworden waren. (lr-online)

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